Die Anlage der Ersparnisse ist sehr wichtig, da das Geld seinen Wert nach Möglichkeit steigern soll. Durch die Befolgung der Spartipps sollten bereits einige Ersparnisse zur Verfügung stehen. Das Geld unverzinst auf einem Girokonto zu platzieren und dort liegen zu lassen wäre ein großer Fehler.
Allgemein kann ich jedem zu einer möglichst risikolosen Geldanlage raten. Äußerst sicher sind Tagesgeldkonten (das gute alte Sparbuch hat mittlerweile ausgedient), allerdings ist die Verzinsung momentan nicht gerade üppig. Dafür hat man anders als beim Festgeld seine Einlagen wirklich jederzeit verfügbar. Dies ist wichtig, wenn größere Anschaffungen ins Haus stehen oder unvorhersehbare Kosten (z.B. Autoreparatur) anfallen. Deshalb sollte man immer ein gewisses Polster auf einem Tagesgeldkonto platzieren. Aktuell empfehlenswert sind das Tagesgeldkonto der Bank of Scotland mit 2,7% Zinsen und zusätzlich 30 € Startguthaben sowie der VTB Bank mit 2,7% Zinsen und 40 € Startguthaben.
Ein wichtiger Punkt ist das Thema Einlagensicherung. Dies ist der maximale Betrag pro Sparer, der auch bei Zahlungsausfall der Bank zurückgezahlt wird. Dieser liegt in Deutschland bei 100.000 Euro. Deutsche Banken zahlen in einen gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherungsfonds ein. Wird eine Bank insolvent, springen die anderen an deren Stelle ein und die Sparer bekommen ihr Geld wieder. Zumindest in der Theorie, denn bei der Einlagensicherung handelt es sich lediglich um eine Absichtserklärung. Es wäre auch möglich, dass durch die Insolvenz einer Bank auch die anderen Banken durch eine Kettenreaktion pleite gehen. Diese Gefahr besteht insbesondere bei Banken der finanziell angeschlagenen Länder Europas wie Griechenland. Dass es Insolvenzfälle gibt zeigt die isländische Kaupting Edge Bank, welche seinerzeit die höchsten Tagesgeldzinsen anbot. Deshalb ist auch das aktuelle Angebot der UBI Banca aus Italien mit einem Zinssatz für Tagesgeld von 3,0% mit Vorsicht zu genießen. Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass Konkurrenten wegen der scharfen Wettbewerbssituation mitziehen und ebenfalls die Zinsen erhöhen werden. Also profitieren die Sparer indirekt von der Refinanzierungsnot südeuropäischer Banken.
Für Tagesgeldkonten fallen in der Regel keine Kontoführungsgebühren an. Einige wenige Banken stellen jedoch Bedingungen für den beworbenen Tagesgeldzinssatz, z.B. die Eröffnung eines Aktiendepots. Für dieses werden dann Gebühren fällig. Ebenso sollte man darauf achten, ob der Zinssatz nur Neukunden gewährt wird, wie lange dieser gültig und ob er gestaffelt ist. Leider gibt es nicht eine Bank, welche dauerhaft die höchsten Zinsen anbietet. Wer sehr flexibel ist kann seine Ersparnisse natürlich jederzeit auf das aktuell bestverzinste Tagesgeldkonto transferieren. Dies erfordert jedoch, dass man häufig neue Konten eröffnet.
Auch durch die Anlage auf einem Tagesgeldkonto sollte zumindest ein Inflationsausgleich erzielt werden, d.h. die im Laufe der Zeit mit steigenden Preisen eintretende Geldentwertung stoppen. Um den Wert zu erhalten, muss man das Geld zu einem Zinssatz anlegen der größer oder gleich der Inflationsrate ist. Ein Zinssatz von 2% ist dafür theoretisch ausreichend, da dies auch die Ziel-Inflationsrate der Europäischen Zentralbank ist. Die EZB hält die Inflation durch diverse geldpolitische Maßnahmen stets nahe dem Schwellenwert von 2%. Die gefühlte bzw. reale Inflation kann davon jedoch abweichen.









Kommentare
Nur sind die Zahlen etwas unaktuell: Die Bank of Scotland zahlt inzwischen sogar 2,7 Prozent und 30 Euro Prämie. Und ich glaube auch, dass die Inflationsrate derzeit deutlich über 2 Prozent liegt. Man kann mit Tagesgeld (wenn man noch die Steuern abzieht) also gerade mal die Inflation ausgleichen - aber das ist doch auch schon was!
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